Review: Engelsblut “Ascheregen”

Written by on 18. November 2018

Es ist da, ja es ist da, das neue, wunderschöne, launige und beeindruckende Album von
Engelsblut. Es trägt den Namen “Ascheregen” und schon als ich die ersten Klänge gehört habe,
hatte ich Subway to Sally im Kopf. Nein, es aber ist ganz sicher kein Abklatsch von Subway to
Sally, trotz der flüchtigen Ähnlichkeit, ist es ein sehr eigenständiges und gelungenes Werk.
Ich war schon nach drei Songs total begeistert.

Gegründet wurde Engelsblut 1998 in Leer und ist ein Soloprojekt von Benjamin Johannes
Luikenga. Ursprünglich reichen die musikalischen Wurzeln bis ins Jahr 1997 zurück und gingen
aus Benjamins Vorgängerprojekt Brandywine hervor, schon da hatte er Songs komponiert, die aber so ganz und gar nicht, nach seiner aktuellen Musik klingen.

Mich fesselten die Klänge auf dem Album “Ascheregen”. Als ich die ersten Songs gehört
habe, wurde mir aber auch schnell bewußt, daß die Songs schon eine sehr persönliche “Message” haben. Benjamin benützt dabei provozierend, jedoch eindrucksvoll gewählte, auch
umgangssprachliche Worte. Er besingt persönliche Erlebnisse, Alltagsprobleme und was mir sehr
gefällt, er ist unverblümt gesellschaftskritisch. Auf dem Album “Ascheregen” sind die Texte
von Engelsblut auch nur noch in deutscher Sprache. Die Themen wie Liebe, Leid und Hass,
behandelt Engelsblut in neuhochdeutscher Sprache und mit weniger direkter Metaphorik. Seine
Melodien sind mit einer solchen Ausdrucksintensivität gewählt, daß ich gar nicht mehr anders
konnte, als gebannt zu lauschen.

Benjamin schreibt über die Entstehung des Albums “Ascheregen”, es sei nach einem
Kompositionsstau, die tollste Zeit des “Musikmachens” gewesen und daß sich auf dem Album
einige seiner Bestwerke befinden. Die Freude die er am Musikmachen findet, kann ich mehr als
deutlich hören. Die Titel “Alle Zeit Der Welt” und “Piratenflucht” haben mich wippeln, tippeln
und schmunzeln lassen. Ein bisschen Kritik an der Menschheit und die Schattenseiten des Lebens
sind eine Seltenheit, auf dem neuen Album. Diese Schattenseiten und die berechtigte Kritik, ist
in Songs gepackt, die sich unter anderem mit der aktuellen Flüchtlingssituation und dem
rechten Mob, der sich in Bewegung gesetzt hat, auseinandersetzen. Unter die Haut gegangen
ist mir auch der Song, der letzte Spielmann. Darin besingt er, daß auch wenn der “Spielmann”
nicht mehr ist, die Lieder weiterhin noch da sind. Man kann man auch eine Brücke zu verstorbenen
Größen schlagen, die nicht mehr unter uns sind, aber die Songs, die bleiben uns.

Tracklist

01 Alle Zeit der Welt
02 Tausend Jahre
03 Ascheregen
04 Rote Sünde
05 Piratenfluch
06 Heile mich!
07 Sathirali
08 Eins mit mir!
09 Greensleves
10 Fremdes Blut
11 Ein letzter Applaus
12 Elbereth
13 Der letzte Spielmann
14 Greensleeves (Akustik)

Fazit

Mir haben alle Songs gefallen, jeder in seiner ganz eigenen Art und für sich. Ich mag die
mittelalterlichen Klänge und ich mag Benjamins Stimme, die sehr einzigartig ist. Das Album
macht gute Laune und ist in seiner Eingängigkeit richtig rund. Die Songs werden sicher
Bestandteil meiner Radiosendungen werden, es gibt einen Engelsblut-Fan mehr. Von mir definitiv mit dem Prädikat “Kaufempfehlung” gestempelt.

Internet: http://www.engelsblut.net/
Facebook: https://www.facebook.com/engelsblutmusic/


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